• Magyar
  • Dansk
  • Íslenska
  • English
EDUCHANGE - UNIVERSITY OF ICELAND

Über EDUCHANGE

Hintergrund

Bildung stellt eine der wesentlichen Determinanten für individuelle Lebenschancen in industrialisierten Gesellschaften dar. Menschen mit einem höheren Bildungsniveau weisen nicht nur eine höhere Arbeitsmarktpartizipation auf, sondern sind auch häufig glücklicher, gesünder und stärker ins politische Leben involviert. 

Dennoch haben Jugendliche aus einkommensschwächeren Schichten in allen Industriegesellschaften eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, einen höheren Bildungsabschluss zu erlangen als ihre Altersgenossen aus einkommensstärkeren Schichten. Dies gilt selbst dann, wenn sie die gleichen schulischen Leistungen erbringen wie ihre privilegierteren Gleichaltrigen. Studien zeigen, dass die Wahrnehmung der mit höherer Bildung einhergehenden Kosten und Nutzen einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl des Bildungswegs hat. Dabei zeigt sich, dass Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwächeren Verhältnissen oft eine verzerrte Wahrnehmung dieser Kosten und Nutzen haben.

Ziel

EDUCHANGE ist eines der ersten Projekte überhaupt, welches in mehreren, strategisch ausgewählten Ländern (Dänemark, Deutschland, Ungarn, Island) gleichzeitig Feldexperimente mit dem Ziel durchführt, die Ungleichheit beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe und beim Übergang in die Hochschulbildung zu verringern.

Nach erfolgreichem Abschluss wird EDUCHANGE nicht nur die Ungleichheitsforschung im Bildungsbereich entscheidend voranbringen und die Politik in den EDUCHANGE-Ländern und darüber hinaus über geeignete Maßnahmen zur Reduktion von Bildungsungleichheit informieren, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Debatte über die Rolle von Evidenz im Bildungsbereich und die Übertragbarkeit von Ergebnissen aus randomisierten Experimenten über räumliche und zeitliche Zusammenhänge hinweg leisten

 

Die Studie

Die Studie richtet sich an Schülerinnen und Schüler in Grundschulen, kurz vor dem Übergang in die Sekundarstufe, sowie an Oberstufenschülerinnen und -schüler, die kurz vor dem Abitur stehen.

Der Kern der Studie basiert auf einem Interventionsdesign, bei dem zufällig ausgewählte Gruppen von Schülerinnen und Schülern an Informations- und Beratungssitzungen teilnehmen, während andere zur Kontrollgruppe gehören. Zu verschiedenen Zeitpunkten, vor und nach der Intervention, beantworten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Beratungsfachkräfte Fragebögen.

Zentrale Ergebnisse umfassen

(a) Ein differenzierteres konzeptionelles Verständnis dafür, wie Berufsberatung und Informationsangebote zum Abbau von Ungleichheiten beitragen können.

(b) Eine international vergleichende Perspektive auf die subjektive Bewertung von Kosten, Nutzen und Erfolgswahrscheinlichkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie auf die psychologischen Barrieren, die sie mit verschiedenen Bildungsalternativen verbinden.

(c) Erkenntnisse darüber, inwieweit sich der institutionelle Kontext darauf auswirkt, ob Informationsangebote und Berufsberatung die Ungleichheit an zwei wichtigen Bildungsübergängen verringern und möglicherweise die Persistenz von sozialer Ungleichheit auf der nächsten Bildungsstufe beeinflussen können.

Forschungsdesign

EDUCHANGE konzentriert sich auf die Entwicklung und Durchführung einer randomisierten Kontrollstudie auf Klassenebene mit dem Ziel, Ungleichheiten in den Bildungsentscheidungen an den Übergang im Bildungssystem zu verringern. Die Informationsintervention wird von Berufsberatern im Schuljahr vor den Übergangen durchgeführt und umfasst zwei Elemente:

  1. eine Informationsveranstaltung mit Informationen über Berufe und Bildungsrenditen im Zusammenhang mit verschiedenen Bildungsentscheidungen, Kosten und Stipendien sowie Zugangsvoraussetzungen für die nachfolgenden Bildungsstufen – sowie Videos von Studierenden, die berichten, wie sie akademische und soziale Herausforderungen im Studium gemeistert haben, und

  2. eine gemeinsame Beratungssitzung mit einem Berufsberater, welche die Wirkung der Informationsveranstaltung verstärken soll. Beide Elemente werden so weit wie möglich zwischen den Ländern harmonisiert. Für die Studie ist eine Basiserhebung drei Wochen vor der Intervention, eine Erhebung direkt nach der Intervention sowie eine Erhebung nach Abschluss des Schuljahres und ein bis eineinhalb Jahre nach dem Übergang geplant.
 

Des Weiteren wird für das Experiment ausgewählten Schülerinnen und Schülernn der Treatmentgruppe (die keine Eltern mit Hochschulbildung haben) eine zusätzliche individuelle Beratung angeboten, um zu eruieren, inwiefern eine individuelle Beratung dazu beitragen kann, soziale Ungleichheiten bei der Wahl der postsekundären Bildungsgänge weiter zu reduzieren.